Von kleinen Schildkröten und großem Mut

Einmal ein Buch schreiben, das wäre toll! Und so eine Lese-Rechtschreib-Schwäche ist doch eigentlich kein Hinderungsgrund, oder? Das dachte sich jedenfalls Annika Bützler, unsere heutige Autorin im Gespräch über kleine Schildkröten und großen Mut.

Intro

Den Mutigen gehört die Welt! Dieses Sprichwort wird im Laufe der Zeit sicher noch in einigen Artikeln von www.vonherzen.online auftauchen. Denn immer wieder begegnen wir Menschen und ihren Geschichten, die uns zeigen, dass es sich lohnt, selbst das Heft in die Hand zu nehmen und für seine Ziele zu kämpfen. Menschen, die es vielleicht nicht immer einfach hatten oder haben. Menschen, die sich aber dennoch nicht entmutigen ließen, ihren Weg zu gehen und ihre Geschichte aufzuschreiben oder ihre Geschichte weiterzuerzählen, um anderen in einer ähnlichen Situation Mut zu machen!

Heute haben wir eine junge Autorin im Gespräch, bei der im Kindesalter eine Lese-Rechtschreib-Schwäche festgestellt wurde und die sich daraufhin leider ziemlich durch die Schulzeit und gegen viele Vorurteile kämpfen musste. Heute ist sie Newcomer-Autorin im Bereich Kinderbücher und hat mittlerweile schon den zweiten Band ihrer wundervollen Geschichten rund um eine kleine Schildkröte namens Tilda und deren unglaubliche Abenteuer in der fantastischen Unterwasserwelt veröffentlicht.

Herzlich Willkommen, Annika Bützler!

Interview

vonherzen: Liebe Annika, schön, dass du da bist! Magst du dich vielleicht einmal kurz vorstellen?

Annika: Sehr gern! Ich heiße Annika Bützler und bin 28 Jahre jung. Ich lebe mit meiner Familie in einem schönen ruhigen Dorf in der Nähe von Siegburg. Ich bin ein sehr kreativer Mensch. Kreativ zu sein, das empfinde ich als pure Entspannung.

vonherzen: Du bist ja noch eine sehr junge Autorin, quasi eine Newcomerin. Erzähl doch mal, wie du eigentlich zum Schreiben gekommen bist!

Annika: Das Schreiben habe ich meiner Tochter zu verdanken. Sie war auf einem Klassenausflug mit den anderen Kindern im Kino, dort haben sie sich einen Film über Meeresschildkröten angeschaut. Anschließend erzählte mir meine Tochter nur noch davon, was sie im Film alles entdeckt hatte, wie die Schildkröten leben, wovon sie sich ernähren und so weiter. Ja, und dieses Thema ließ mich dann irgendwann auch nicht mehr los und so wurde die Idee zu meinen Büchern über eine kleine Schildkröte namens Tilda geboren.

vonherzen: Das klingt eigentlich ganz einfach, aber du hast ja eine sogenannte Lese-Rechtschreib-Schwäche. Magst du uns darüber vielleicht erstmal ein bisschen mehr erzählen?

Annika: Genau, ich leide unter einer Lese-Rechtschreib-Schwäche, wobei mir das Schreiben beziehungsweise das richtige Schreiben wesentlich schwerer fällt als das eigentliche Lesen. In der Schule und auch danach wurde mir das Leben deswegen leider sehr schwer gemacht. Oft hieß es, ich könne dies oder jenes nicht. Man hat mir ständig meine Fehler in meinen Texten aufgezeigt. Erst jetzt, durch die Kinderbücher, die ich geschrieben habe, wurde mir klar, dass eine Lese-Rechtschreib-Schwäche im Grunde gar nichts schlimmes ist. Und in Bezug auf das Schreiben von Büchern, da spielt doch sowieso die Fantasie im Kopf die entscheidende Rolle und nicht die Anzahl der Fehler im Text. Meine Verlegerin meinte mal zu mir, um meine Fehler auszubügeln, dafür sind andere da! Und so gehe ich mittlerweile tatsächlich ganz offen damit um.

vonherzen: Dann war die Vergangenheit ja wirklich nicht immer einfach für dich. Es erfordert sicher einiges an Mut, so offen darüber zu sprechen, oder?

Annika: Ja, aber je mehr man darüber spricht, desto leichter fällt es einem irgendwann. Mittlerweile besitze ich schon den Mut, ganz offen zu sein und mich nicht länger zu verstecken. Und ich habe zum Glück die richtigen Freunde an meiner Seite, die immer einen motivierenden Spruch für mich hatten und haben. Ich denke mir oft, ich habe zwar eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, na und, was macht das schon? Andere Menschen haben vielleicht das gleiche Problem oder ein anderes!

vonherzen: Das ist eine sehr selbstbewusste Einstellung! Aber wie sind dir eigentlich andere Autoren begegnet, als du ihnen von deiner Lese-Rechtschreib-Schwäche erzählt hast? Spielt so etwas unter Autoren eine Rolle?

Annika: Ich glaube nicht, dass es eine Rolle spielt. Es geht ja nicht nur mir so, dass ich mit Fehlern zu kämpfen habe, auch andere plagen Dinge wie zum Beispiel falsche Kommasetzung. Ansonsten habe ich von anderen Autoren bisher immer nur positive Rückmeldungen bekommen.

vonherzen: Das ist schön zu hören! Die Geschichte “Tilda und das Glitzerding” ist ja der erste Band deiner Tilda-Reihe. Worum geht es in dem Buch genau?

Annika: In der Geschichte geht es um eine kleine Schildkröte namens Tilda, die auf dem Meeresboden einen Schatz findet. Entstanden ist diese Idee als Umkehrschluss aus dem Wissen über den ganzen Müll, der in den Ozeanen treibt und der den Meeresbewohnern das Leben schwer macht. Viele Meeresschildkröten verlieren dabei leider den Kampf ums Überleben! Allerdings hoffe ich dennoch, dass nicht nur Müll im Meer treibt, sondern auf dem Meeresboden noch wahre Schätze liegen. So ließ ich meiner Fantasie also freien Lauf.

vonherzen: Das ist wirklich ein interessantes Thema! Deine Tochter hat ja bei der Entstehung des Buches eine große Rolle gespielt. Was bedeutet das für dich?

Annika: Das bedeutet für mich einfach alles, denn sie ist es, die Tilda zum Leben erweckt hat. Meine Tochter zeigt mir oft, wie man die Welt durch Kinderaugen sieht. Zugleich hat sie mir mit ihren damals acht Jahren schon unglaublich Mut gemacht, ein Buch zu schreiben.

vonherzen: Als die Idee zum Buch dann feststand, wie ging es für dich weiter? Hast du schnell einen Verlag gefunden oder gab es Schwierigkeiten bei der Suche?

Annika: Zuerst wollte ich es als Selfpublisher alleine versuchen, aber die Entstehungskosten für ein Kinderbuch mit Bildern und Cover plus Lektorat sprengten einfach mein Budget. Dann ging plötzlich alles ganz schnell: Ich schrieb einer Freundin und schilderte ihr meine Situation. Sie empfahl mir daraufhin einen wunderbaren Verlag mit einer sehr netten Verlegerin. Zuerst habe ich ja gedacht, die nehmen mich und mein Manuskript niemals, aber ein paar Wochen später unterschrieb ich dann den Autorenvertrag.

vonherzen: Also hatte deine Lese-Rechtschreib-Schwäche für die weitere Entstehung des Buches keine Bedeutung mehr, da ja nun alles in den Händen des Verlags lag. Wobei spielt deine Lese-Rechtschreib-Schwäche denn dann überhaupt noch eine Rolle?

Annika: Es spielt für mich immer noch eine Rolle, wenn ich etwas für die Öffentlichkeit schreibe wie zum Beispiel Rezensionen, Pressetexte oder eben meine Geschichten. Alles wird stets von zwei wunderbaren Menschen auf Fehler geprüft, bevor es online oder in den Druck geht. An dieser Stelle herzlichen Dank an Diana und Kathrin, die mit ihren kritischen Blicken selbst die kleinsten Fehler entdecken.

vonherzen: Was uns besonders interessiert ist: Was ist für dich eigentlich der wichtigste Satz, den jemand in dieser ganzen Zeit zu dir gesagt hat?

Annika: Das wichtigste Satz war: “Annika, in deiner Fantasie gibt es keine Fehler!”

vonherzen: Wow, das ist eine ganz wunderbare und sehr mutmachende Aussage! Ist das letztlich auch deine persönliche Motivation, Autorin zu sein und Bücher zu schreiben? Und was genau möchtest du den Menschen, die deine Geschichten lesen, mit auf den Weg geben?

Annika: Meine Motivation ist es, ganz besonders den Kindern aber auch den Erwachsenen zu zeigen: “Seid dankbar über gute Freundschaften und pflegt sie wie eine Blume”! Im ersten Band “Tilda und das Glitzerding” geht es zum Beispiel auch um den Tonfall, in dem man mit jemand anderem spricht. Auch wenn man mal schlecht gelaunt ist, sollte man das lieber nicht an anderen auslassen. Der Spruch “der Ton macht die Musik” passt da wie die Faust aufs Auge. Im zweiten Band “Tilda und die kleine Krabbe” geht es hauptsächlich um Freundschaft, Mut und den Zusammenhalt, etwas gemeinsam durchzustehen. Das ist heutzutage sowieso besonders wichtig, wie ich finde.

vonherzen: Du hast es gerade angesprochen: Mittlerweile gibt es ja schon eine zweite Tilda-Geschichte. Wie aber geht es nun weiter mit deiner schriftstellerischen Tätigkeit? Was werden wir in Zukunft noch alles von dir lesen?

Annika: Da setze ich mich überhaupt nicht unter Druck, es kommt so wie es kommen soll. Natürlich schlummern noch die ein oder anderen Geschichten auf meinem Computer und werden sicher bald aus ihrem Schlaf erwachen. Aber wann das genau der Fall sein wird, das bestimmt die Zeit selbst.

vonherzen: Dann dürfen wir ja weiterhin gespannt sein! Gibt es für dich eigentlich noch ein Ziel, dass du unbedingt erreichen möchtest? Egal, ob beruflich oder privat.

Annika: Gute Frage! Ein Leben ohne Ziele ist doch kein Leben, oder? Natürlich habe ich noch diverse kleine und große Ziele. Eins davon ist natürlich, dass Tilda auch in Zukunft noch ganz viele Leserherzen verzaubern wird.

vonherzen: Dafür drücken wir Tilda selbstverständlich die Daumen! Und was würdest du an dieser Stelle den Lesern dieses Magazins vielleicht noch gerne sagen?  So eine kleine Botschaft zum Mitnehmen sozusagen.

Annika: Ja, ich möchte den Lesern dieses Magazins sagen: Lebt euren Traum und gebt nicht auf! Es ist okay, wenn man sich zwischendurch mal in sein Schneckenhaus zurückzieht oder den Kopf in den Sand steckt! Aber nur für eine kurze Zeit, um neue Energie zu tanken. Glaubt an euch! Glaubt an eure Ziele und Wünsche!

vonherzen: Wunderbar! Jetzt sind wir auch schon am Ende des Interviews angekommen. An dieser Stelle hast du noch die Gelegenheit, jemandem zu danken!

Annika: Ich möchte mich bei allen Menschen bedanken, die mein Leben geprägt haben, ob in einem positiven oder negativen Sinn. Denn ohne diese Erfahrungen wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Nämlich genau hier, an dieser Stelle, wo ich sein möchte, sowohl als Autorin als auch privat. Und ein ganz besonderes Danke gilt natürlich meiner Familie, allen voran meiner Tochter. Sie zeigt mir stets, wie man die Welt immer noch ein Stück weit anders sehen kann.

vonherzen: Liebe Annika, das war wirklich ein ganz tolles Interview! Wir danken dir von ganzem Herzen für deine offenen und ehrlichen Antworten und wünschen dir selbstverständlich für deine Zukunft alles erdenklich Gute! Auf dass deine Wünsche alle wahr werden und du deine Ziele alle erreichst!

Produktinformation

Klappentext:

Kennt ihr schon die kleine Schildkröte namens Tilda? Nein? Na, dann wird es aber höchste Zeit! Kommt mit in die fantastische Unterwasserwelt und erlebt mit Tilda ihr erstes Abenteuer und was sie dort für eine geheimnisvolle Entdeckung macht. Lernt mit ihr zusammen den grummeligen Oktopus Hanno kennen und seid dabei, wie die beiden das Rätsel um Tildas Entdeckung lüften.

 

Format: Taschenbuch, 32 Seiten

Verlag: Kelebek Verlag (17. Juli 2017)

Sprache: deutsch

ISBN: 978-3-9470-8301-5

 


Bildhinweise:

Das Autorenfoto und das Produktfoto sind Privateigentum von Annika Bützler, die sich alle Rechte vorbehält. Wir bedanken uns bei Annika für die freundliche Genehmigung zur Verwendung der Fotos für diesen Artikel!

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