Von einer adventlichen Stimmung

Und, habt ihr es euch auch schon ausgerechnet? Es sind, wenn ich mich nicht verrechnet habe, noch genau 39 Tage bis Weihnachten! Höchste Zeit also, die Adventsstimmung einzuläuten.

Advent, Advent

Auch wenn man es angesichts der bisherigen Temperaturen kaum glauben mag, doch laut Jahreszeit neigt sich der Herbst so langsam, aber sicher dem Ende zu und für die meisten Menschen beginnt in zwei Wochen die Adventszeit. Viele verbinden diese Zeit nämlich ausschließlich mit dem Monat Dezember, doch ganz korrekt ist das nicht, denn oft fällt der erste Adventssonntag noch auf einen Novembertag. Das hat vor allem etwas mit der im 6. Jahrhundert von Papst Gregor der Große festgelegten Anzahl der Adventssonntage zu tun. Seitdem wird in der christlichen Liturgie an den jeweils vier Sonntagen vor Heiligabend Advent gefeiert, wobei alle Jahre wieder der vierte Advent gleichzeitig mit Heiligabend zusammenfällt, so wie es zum Beispiel letztes Jahr erst der Fall war!

Der Begriff Advent leitet sich vom lateinischen Wort adventus ab, das sich wiederum mit “Ankunft”  beziehungsweise im Christentum adventus Domini für “Ankunft des Herrn” übersetzen lässt. Schließlich wird dann nach vier Wochen Adventszeit Heiligabend respektive Weihnachten gefeiert. Zudem ist die Adventszeit mit etlichen Brauchtümern und Riten durchzogen, die den Menschen heutzutage nicht nur eine besinnliche Adventsatmosphäre, sondern auch eine süße Vorweihnachtszeit verschaffen. Besonders der allseits bekannte wie beliebte Schokoladen-Adventskalender dient dazu, gerade den Kleinsten das Warten aufs Christkind (sagt man das heute eigentlich noch so, oder handelt es sich dabei eher schon um ein Warten auf die Geschenke?) zu erleichtern!

Übrigens: Wusstet ihr, dass der erste Advent immer auf einen Tag zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember eines Jahres fällt?

Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät? Bald ist es wieder so weit – Willkommen, liebe Weihnachtszeit!

Erst eins, dann zwei

Da aber bekanntlich nichts mehr ohne einen entsprechenden Kommerz auskommt, wurden in der Zwischenzeit auch die Erwachsenen mit teuren Adventskalendern aus Möbelhäusern, Supermärkten und Drogerieketten geködert. Bleibt zu hoffen, dass trotz allem am Ende immer noch ein Hauch von Weihnachtsduft in der Luft liegt! Wesentlich besinnlicher geht es da bei der Weihnachtsdekoration zu, die passend zur dunklen Jahreszeit hauptsächlich aus viel Beleuchtung besteht. Der klassische Adventskranz greift mit seinen vier Kerzen die christliche Symbolik auf und deutet auf das Licht hin, dass mit Jesus Christus in die Welt gekommen ist.

“Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.” (Johannes 1, 9)

Erfunden wurde der Adventskranz allerdings erst im 19. Jahrhundert von einem evangelischen Pfarrer in Hamburg, der sich um viele Waisenkinder kümmerte. Um den Kindern ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie lange sie noch auf das langersehnte Weihnachtsfest warten müssen, baute er aus einem alten Wagenrad den ersten Adventskranz. Allerdings bestückte er ihn nicht nur mit vier, sondern mit insgesamt zwanzig kleinen Kerzen für die Wochentage und vier großen Kerzen für die Sonntage. So wurde also jeden Tag eine neue Kerze angezündet, damit die Kinder die verbleibende Zeit bis Heiligabend genau abzählen konnten.

Nicht Schokolade, nicht Spielzeug soll es sein – was verbirgt sich wohl hinter diesen Fensterlein?

Dann drei, dann vier

Ein weiteres traditionelles Dekorationselement sind die sogenannten Lichterbögen, die allerdings kein Ausdruck christlicher Tradition sind, sondern vielmehr auf eine ganz andere Bedeutung zurückgehen. Der klassische Lichterbogen stammt ursprünglich aus dem Erzgebirge, wo er auch Schwibbogen genannt wird. Die traditionellen runden Bögen symbolisierten mit ihren aufgesetzten Lichtern die Sehnsucht der erzgebirgischen Bergleute nach Tageslicht, das sie ja sowieso schon wenig und in der Winterzeit kaum zu Gesicht bekamen. Wenn also in der dunklen Jahreszeit am Fenster eines Zechenhäuschens abends ein Schwibbogen leuchtete, dann hieß das für alle anderen, dass die Bergleute dieser Familie alle sicher und wohlbehalten aus der Grube zurückgekehrt waren.

Neben dem vielen echten und unechten Kerzenschein schmücken die Menschen zur Adventszeit ihre Wohnungen und Häuser gerne mit allerlei ausgefallenen Dingen wie Holzschnitzereien, Glas- oder Metallwaren sowie Figuren, die in Form von Nikoläusen, Weihnachtsmännern, Engeln, Rentieren oder ähnlichen Weihnachts- und Winterassoziationen daherkommen. Besonders beliebt sind auch Christbaumkugeln, die man heutzutage nicht mehr zwingend in einen Weihnachtsbaum hängen muss, sondern die sich in allen klassischen bis kitschigen Farben in hoch- und mattglänzend nahezu perfekt in das adventlich dekorierte Gesamtbild jeder Wohnung einfügen.

Wer nicht aufpasst und zu viel Glühwein trinkt, der glaubt irgendwann, dass ein Elch ihm zuwinkt!

Dann ist Weihnachten

Und bei aller Beschäftigung mit Dekoration, Adventskalender plündern, Geschenke kaufen und verpacken, sollten wir die bevorstehenden Wochen vor allem für eins nutzen: Für die Besinnung auf das Wesentliche! Doch was ist das Wesentliche eigentlich genau? Das muss vermutlich jeder für sich entscheiden. Dennoch lässt sich die Adventszeit hervorragend dazu nutzen, mal wieder einen Gang herunterzuschalten und sich nicht vom Stress der anderen anstecken lassen. Tipps und Tricks, wie man der vorweihnachtlichen Hektik nicht anheimfällt, gibt es genug: Wie wäre es zum Beispiel mal wieder mit einem gemütlichen Beisammensein mit der Familie vor dem Kamin? Ladet euch Freunde und Bekannte zu einem Glühweinumtrunk ein und lasst das Adventswochenende gemeinsam ausklingen.

Oder besucht den Weihnachtsmarkt einfach mal ganz zwanglos ohne einen Pfennig Geld in der Tasche! Ihr werdet sehen, worauf ihr alles achtet, wenn nicht der Preis im Vordergrund steht. Zumal es auch wirklich schöne Kunsthandwerksmärkte in toller Atmosphäre gibt, die das kommerzielle Konzept von Weihnachten noch nicht so sehr in Anspruch genommen haben, sondern stattdessen mehr Wert auf ein passendes Rahmenprogramm legen. Gerade mittelalterliche Weihnachtsmärkte sind hierfür besonders geeignet und bieten Groß und Klein ein echtes Erlebnis! Wer die Adventszeit mit den Gerüchen von Zimt, Sternanis, Kardamom, Ingwer und allerlei anderen Gewürzen verbindet, der könnte sich auch mal wieder auf die Suche nach den seit letztes Jahr verschwundenen Plätzchenausstechern machen und leckere Kekse backen.

Gemeinsam und in gemütlichen Stunden kommt man vor Weihnachten gut über die Runden!

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